Taupunkt-Rechner: Raumluft und Kondensation einschätzen
Berechne den Taupunkt deiner Raumluft aus Temperatur und relativer Luftfeuchte und ordne ein, ab welcher Oberflächentemperatur Kondensation möglich wird.
Was der Taupunkt-Rechner beantwortet
Der Rechner beantwortet eine enge Messfrage: Welchen Taupunkt hat die aktuelle Raumluft bei gemessener Temperatur und relativer Luftfeuchte? Das Ergebnis ist die Temperatur, bei der diese Luft rechnerisch gesättigt wäre. Kalte Oberflächen unterhalb dieses Werts können Kondensat bilden.
Der Wert ist eine Orientierung für Wohnräume, keine Aussage, dass ein Raum sicher schimmelfrei ist. Für eine konkrete kalte Wandstelle brauchst du zusätzlich die gemessene Oberflächentemperatur; dafür ist der Schimmelrisiko-Rechner vorgesehen.
Die Formel
Der Rechner nutzt die inverse Magnus-Formel über Wasser:
gamma = (17,62 x T) / (243,12 + T) + ln(rF / 100)
Taupunkt = (243,12 x gamma) / (17,62 - gamma)
Dabei ist T die Raumtemperatur in Grad C und rF die relative Luftfeuchte in
Prozent. Die Konstanten 17,62 und 243,12 Grad C stammen aus der
Magnus-Approximation für den Sättigungsdampfdruck über Wasser.
Beispielrechnung
Bei 20 Grad C Raumtemperatur und 50 Prozent relativer Luftfeuchte ergibt sich:
gamma = (17,62 x 20) / (243,12 + 20) + ln(0,50) = 0,6468
Taupunkt = (243,12 x 0,6468) / (17,62 - 0,6468) = 9,26 Grad C
Gerundet zeigt der Rechner 9,3 Grad C. Eine deutlich kältere Fensterscheibe, Wandstelle oder Wärmebrücke kann dann kondensationskritisch sein.
Grenzen der Einordnung
Der Rechner ist für typische Wohnraumwerte ausgelegt: -10 bis 40 Grad C Lufttemperatur und 1 bis 100 Prozent relative Luftfeuchte. Sehr trockene Luft kann einen Taupunkt unter 0 Grad C ergeben; das ist rechnerisch kein Fehler. Bei 100 Prozent relativer Feuchte entspricht der Taupunkt der Lufttemperatur.
Der Rechner berechnet keine Wandtemperatur, keine Wärmebrücke und kein Schimmelrisiko über Zeit. Er ersetzt keine Beurteilung bei sichtbarem Schimmel, wiederkehrender Feuchte, Wasserschaden oder baulichen Mängeln.
Weiterrechnen
Wenn du eine kalte Wandstelle gemessen hast, vergleiche sie im Schimmelrisiko-Rechner mit dem Taupunkt. Die Ratgeberseite Richtig lüften ohne Schimmel erklärt den Zusammenhang von Feuchte, Heizen und Lüften. Die Begriffe Taupunkt und relative und absolute Luftfeuchte werden im Glossar knapp erklärt.
Quellen
Umweltbundesamt: Wie lüfte ich richtig? - Wohnraumbezogene Einordnung zu Lüften und Raumluftfeuchte
Gültigkeitsbereich der Näherung
Häufige Fragen
Welche Luftfeuchtigkeit ist in Wohnräumen sinnvoll?
Für Wohnräume sind etwa 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchte eine sinnvolle Orientierung. Der Wert ist kein harter Grenzwert: Entscheidend ist, wie warm der Raum ist, wie kalt Fenster, Außenwände oder Raumecken sind und wie viel Feuchte gerade entsteht.
Als einfache Alltagseinteilung für DACH 2026:
- Wohnzimmer und Arbeitszimmer: meist 40 bis 60 Prozent. Viele Personen, Pflanzen, Aquarien oder Wäschetrocknung erhöhen die Feuchte schneller.
- Schlafzimmer: ebenfalls 40 bis 60 Prozent, morgens aber oft höher. Nach dem Aufstehen kurz und intensiv lüften; die Tür zu deutlich wärmeren Räumen nicht dauerhaft offen lassen.
- Bad und Küche: kurzzeitig darf die Luftfeuchte nach Duschen, Baden oder Kochen deutlich steigen. Wichtig ist, die Feuchtespitze direkt wieder hinauszulüften.
- Keller: nicht nur auf die Prozentanzeige schauen. Warme Sommerluft kann im kühlen Keller an kalten Oberflächen Feuchte abgeben; dann ist Lüften am späten Abend oder frühen Morgen oft sinnvoller als tagsüber.
Ein Hygrometer misst die relative Luftfeuchte an seinem Standort. In der Raummitte können 50 Prozent unauffällig wirken, während eine kalte Ecke oder Fensterlaibung deutlich feuchter ist. Wenn du wissen willst, ab welcher Oberflächentemperatur Kondensation möglich wird, hilft der Taupunkt-Rechner — den zugrunde liegenden Begriff erklärt das Glossar Taupunkt. Für die Frage, wie lange ein einzelner Raum ungefähr gelüftet werden sollte, passt der Stoßlüften-Dauer-Rechner.
Der Ratgeber Richtig lüften ohne Schimmel und der Glossarbegriff relative und absolute Luftfeuchte ordnen den Zusammenhang zwischen Temperatur, absoluter Feuchte, relativer Feuchte und Lüften genauer ein.
Sichtbarer Schimmel, dauerhaft feuchte Stellen, muffiger Geruch oder wiederkehrendes Kondenswasser sind keine reine Hygrometer-Frage. Dann reicht eine Zielwert-FAQ nicht aus; Ursache, Bauteilzustand und Nutzung müssen fachlich geklärt werden.