Schimmelrisiko-Rechner: Taupunkt und Wandtemperatur vergleichen

Berechne aus Raumtemperatur, relativer Luftfeuchte und gemessener Wandtemperatur eine vorsichtige Einordnung für kalte Oberflächen.

Gemessene Lufttemperatur im Raum, nicht die Wandtemperatur.
Hygrometerwert der Raumluft. Werte ueber 100 Prozent sind nicht plausibel.
Kalte Stelle messen, zum Beispiel mit Oberflaechenfuehler oder Infrarotthermometer. Der Rechner schaetzt nichts aus Vorlauftemperatur oder Heizungstyp.
Relative Feuchte an der Oberflaeche82,2 %Geschaetzter Wert an der gemessenen kalten Oberflaeche, nicht die Raumluftfeuchte.
Abstand Wandtemperatur zu Taupunkt3 KPositive Werte bedeuten: Die Oberflaeche ist waermer als der Taupunkt der Raumluft.
Taupunkt der Raumluft12 Grad C
  • Die Wand-/Oberflaechentemperatur muss gemessen werden. Der Rechner leitet sie nicht aus Vorlauftemperatur, Baujahr oder Heizungstyp ab.
  • Bei sichtbarem Schimmel, wiederkehrender Feuchte oder Wasserschaden reicht eine Momentaufnahme nicht aus.

Was der Schimmelrisiko-Rechner einordnet

Der Rechner beantwortet eine eng begrenzte Frage: Wie nah liegt eine gemessene kalte Wand- oder Oberflächenstelle am Taupunkt der aktuellen Raumluft? Dazu gibst du Raumtemperatur, relative Luftfeuchte und die gemessene Oberflächentemperatur ein.

Wichtig ist die Messung an der Kaltstelle. Der Rechner leitet die Wandtemperatur nicht aus Vorlauftemperatur, Heizungstyp, Baujahr oder Dämmstandard ab.

Die Formel

Zuerst berechnet der Rechner den Taupunkt der Raumluft mit der Magnus-Formel:

gamma = (17,62 x T) / (243,12 + T) + ln(rF / 100)

Taupunkt = (243,12 x gamma) / (17,62 - gamma)

Danach bildet er den Abstand:

Abstand = gemessene Oberflaechentemperatur - Taupunkt

Zusätzlich schätzt er die relative Feuchte direkt an der Oberfläche. Dabei bleibt der absolute Feuchtegehalt der Raumluft rechnerisch gleich; an einer kälteren Oberfläche steigt die relative Feuchte.

Ampel: niedrig, prüfen, kritisch

Die Einordnung ist bewusst vorsichtig. Sie ist eine interne Modellannahme für DACH 2026 und orientiert sich am bauphysikalischen Oberflächenfeuchte-Bezug: Ab etwa 70 Prozent geschätzter relativer Feuchte an der kalten Oberfläche wird die Situation prüfenswert, ab etwa 80 Prozent oder Taupunktnähe kritisch. “Niedrig” bedeutet nur, dass diese Momentaufnahme einen deutlichen Abstand zeigt. Es bedeutet nicht, dass Schimmel unmöglich ist.

“Prüfen” steht für einen Grenzbereich: Die gemessene Stelle liegt noch über dem Taupunkt, aber der Abstand oder die geschätzte Oberflächenfeuchte ist knapp. Dann ist Nachmessen zu anderen Tageszeiten und nach dem Lüften sinnvoll.

“Kritisch” erscheint, wenn die Oberfläche am oder unter dem Taupunkt liegt oder die geschätzte Oberflächenfeuchte sehr hoch ist. Werte über 100 Prozent sind als rechnerische Übersättigung und Kondensationsnähe zu verstehen, nicht als messbare Prozentgarantie. Das ist ein Warnsignal für diese Messsituation, aber keine Bauschaden-, Sanierungs- oder Gesundheitsdiagnose.

Beispielrechnung

Bei 20 Grad C Raumtemperatur und 60 Prozent relativer Luftfeuchte liegt der Taupunkt bei rund 12,0 Grad C. Misst du an einer kalten Wandstelle ebenfalls 12,0 Grad C, beträgt der Abstand zum Taupunkt etwa 0 K. Der Rechner ordnet die Situation deshalb als kritisch ein.

Grenzen der Rechnung

Der Rechner ist eine Orientierung für Wohnräume in Deutschland/DACH, Stand 2026. Er betrachtet nur eine Momentaufnahme aus Lufttemperatur, Luftfeuchte und gemessener Oberflächentemperatur. Er prüft keine Wärmebrücken, keine Leckagen, keine verdeckten Feuchteschäden und keinen sichtbaren Schimmel.

Wenn du zuerst nur den Taupunkt der Raumluft bestimmen willst, passt der Taupunkt-Rechner. Wie Feuchte, Heizen und Lüften im Alltag zusammenhängen, erklärt der Ratgeber Richtig lüften ohne Schimmel. Warum niedrige Vorlauftemperaturen nicht direkt eine Wandtemperatur ersetzen, passt zum Ratgeber Heizkurve und Vorlauftemperatur verstehen. Der Glossareintrag Taupunkt erklärt den Begriff knapp.

Quellen