Kühllast-Rechner: Klimagerät auslegen
Berechne grob die nötige Kühlleistung deines Raums in Watt, kW und BTU/h - mit Volumen, Fenstern, Wärmeschutz und internen Lasten.
Eingaben
Der Rechner schätzt, welche Kühlleistung ein einzelner Wohnraum braucht. Gib zuerst die Raumfläche und Raumhöhe ein; daraus entsteht das Raumvolumen. Danach ordnest du Wärmeschutz, Fensterfläche, Sonneneintrag, Personen und Geräte-Abwärme ein.
Die Eingaben sind bewusst grob. Bei der Fensterfläche zählt die Glasfläche im Raum, nicht die ganze Wand. Bei der Geräte-Abwärme kannst du zum Beispiel PC, Monitor, Fernseher oder Beleuchtung zusammenfassen. Der Zuschlag deckt kleine Unsicherheiten ab; er ist begrenzt, damit aus einem unsicheren Wert keine beliebige Überdimensionierung wird.
Dieser Rechner ist für private Wohnräume gedacht. Er ersetzt keine Kühllastberechnung nach VDI 2078 und keine Planung für gewerbliche Räume, Wintergärten, große Glasfronten oder zusammenhängende Raumzonen.
Ergebnis einordnen
Das Hauptergebnis ist die nötige Kühlleistung des Raums in Watt. Derselbe Wert wird auch in kW und BTU/h angezeigt, weil Klimageräte je nach Datenblatt unterschiedliche Einheiten verwenden.
Ein Ergebnis von 2.800 W bedeutet zum Beispiel: Der Raum braucht nach diesem Modell rund 2,8 kW Kühlleistung. Umgerechnet sind das etwa 9.554 BTU/h; als nächste grobe BTU-Klasse liegt dann 12.000 BTU/h nahe. Diese Klasse ist keine Kaufempfehlung, sondern eine Orientierung für den nächsten Rechenschritt.
Der Rechner rundet die nötige Kühlleistung auf die nächsten 100 W auf. Genauere Nachkommastellen würden mehr Genauigkeit vortäuschen, als die Eingaben hergeben. Fenster, Sonne, Wärmeschutz und Nutzung lassen sich in einem Wohnraum-Überschlag nur näherungsweise erfassen.
Warum das nur ein Überschlag ist
Die Rechnung kombiniert eine Grundlast je Raumvolumen mit Zuschlägen für Sonneneintrag auf Fensterflächen, Personen und direkte Geräte-Abwärme. Die Modellannahmen gelten für den DACH-Raum, Stand 14.08.2026:
- Wärmeschutz: 24, 30 oder 36 W je m³ Raumvolumen.
- Sonneneintrag: 0, 150 oder 300 W je m² Fensterfläche.
- Personen: 120 W je gleichzeitig anwesender Person.
- Geräte-Abwärme: direkter Eingabewert in Watt.
- Ergebnis: Aufrundung auf 100 W; BTU/h über 1 W = 3,412141633 BTU/h.
Die Werte sind für ruhige Wohnraumnutzung gedacht. Starke Dachgeschoss-Hitze, ungeschützte Süd- oder Westfenster, sehr hohe Räume, viele Personen oder hohe Abwärme können den Bedarf verschieben. Wenn das Ergebnis oberhalb üblicher Einzelraum-Klassen liegt, ist meist nicht “einfach größer kaufen” die beste Antwort. Prüfe dann zuerst Sonnenschutz, Raumtrennung und Fachplanung.
Split-Geräte gehören in die Hände von Fachpersonen, weil der Kältemittelkreis nur mit entsprechender Sachkunde installiert werden darf. In Mietwohnungen kommen Zustimmung und bauliche Fragen hinzu.
Nächster Schritt: BTU/EER und Stromkosten
Die Reihenfolge ist: erst Kühllast des Raums abschätzen, dann die Geräteangabe verstehen, danach die Stromkosten berechnen.
Wenn du eine BTU/h- oder kW-Größenordnung hast, hilft die Tabelle Kühlleistung in Leistungsaufnahme umrechnen. Sie zeigt, wie aus Kühlleistung und EER eine elektrische Leistungsaufnahme wird. Mit dieser Leistungsaufnahme rechnest du anschließend im Klimaanlagen-Stromkostenrechner aus, was der Betrieb bei deiner Laufzeit und deinem Strompreis kostet.
Die Begriffe Kühlleistung und Kühllast sind leicht zu verwechseln: Die Kühllast ist der Bedarf des Raums, die Kühlleistung ist das, was ein Gerät abführen kann. Der Ratgeber Klimagerät richtig dimensionieren ordnet die Einflussfaktoren und Grenzen der Überschlagsrechnung ausführlicher ein.
Quellen und Annahmen
- Buderus: überschlägige Kühllastbereiche und Hinweis auf fachliche Berechnung durch Installateur/Fachmann.
- Buderus: Faustwerte für Wohnungs-Klimaanlagen, darunter etwa 30 W/m³, Personenlasten und Fensterzuschläge nach Sonnenschutz.
- Bosch Home Comfort: Orientierungsbereich 60 bis 100 W/m² sowie Einfluss von Wärmeabgabe, Fenstern und Ausrichtung.
- Magtrol: Umrechnung Watt in BTU/h.
- VDI: Abgrenzung zur VDI 2078.
- Verbraucherzentrale: Hinweis zur Installation von Split-Klimageräten durch Fachpersonen.
Quellen
VDI 2078 — Berechnung der thermischen Lasten und Raumtemperaturen
Faustwerte für Fenster-, Personen- und Gerätelast
Häufige Fragen
Wie viel BTU brauche ich für 20 m²?
Für 20 m² liegt die grobe Orientierung bei etwa 1,5 bis 2,8 kW Kühlleistung, also rund 5.100 bis 9.600 BTU/h. Der untere Wert gilt nur für 20 m² mit 2,5 m Raumhöhe, normalem Dämmniveau und ohne zusätzliche Fenster-, Personen- oder Gerätelasten. Der Beispielraum aus der Spezifikation kommt dagegen auf 2,8 kW: 20 m², 2,5 m Höhe, 4 m² Fensterfläche mit zeitweiser Sonne, zwei Personen, 150 W Geräteabwärme und 10 % Zuschlag. Als nächste Orientierungsstufe ergibt das dort 12.000 BTU/h.
Warum 20 m² allein nicht reichen
Die Kühllast hängt nicht nur von der Grundfläche ab. Eine höhere Decke erhöht das Raumvolumen, Sonne auf große Fensterflächen erhöht die Last, schlechter Wärmeschutz verschiebt den Bedarf nach oben. Wenn Höhe, Fensterfläche, Sonneneintrag oder Dämmung vom Beispiel abweichen, sollte der Kühllast-Rechner den konkreten Raum überschlagen.
Wann der Wert nach oben oder unten abweicht
Nach unten rutscht der Bedarf nur bei wenig Sonne, kleinen oder gut verschatteten Fenstern und wenigen internen Lasten. Nach oben geht er bei Dachgeschossnähe, starker Sonne, großen Glasflächen, mehreren Personen oder viel Geräteabwärme. Für Split-Geräte ist die Zahl trotzdem nur eine Vorauswahl; feste Anlagen brauchen eine fachliche Prüfung und Installation durch Fachpersonen.
Nächster Schritt: BTU/EER in Leistungsaufnahme und Kosten übersetzen
BTU/h und kW beschreiben die Kühlleistung, nicht den Stromverbrauch. Wenn ein Gerät ausgewählt ist, übersetzt die Tabelle Kühlleistung in Leistungsaufnahme umrechnen die Geräteangabe über den EER-Wert in Watt. Danach berechnet der Klimaanlagen-Rechner die Stromkosten.