Wie wird mein Verbrauch auf zwei Preiszeiträume aufgeteilt?

Der genaueste Weg ist ein abgelesener Zählerstand zum Stichtag des Preiswechsels: Er zeigt, wie viel vor und wie viel nach der Änderung tatsächlich verbraucht wurde, statt es zu schätzen. Steht dieser Wert zur Verfügung, ist er im Abschlagsrechner immer die bevorzugte Wahl.

Fehlt ein Zählerstand zum Stichtag, bleibt nur die zeitanteilige Aufteilung: Der Jahresverbrauch wird nach der Anzahl der Tage auf beide Zeiträume verteilt. Das ist eine Näherung, kein Ergebnis - sie unterstellt einen gleichmäßigen Verbrauch übers Jahr, was in den wenigsten Haushalten zutrifft.

Bei Gas und Fernwärme liegt diese Näherung im Winterhalbjahr systematisch daneben. Versorger teilen hier meist temperatur- oder gradtagszahlgewichtet auf, weil der Heizbedarf den Verbrauch dominiert - der tatsächliche Verbrauch schwankt saisonal aber viel stärker, als eine reine Tage-Verteilung unterstellt. Ein Preiswechsel mitten in der Heizperiode trifft dadurch einen ganz anderen Verbrauchsanteil als einer im Frühsommer.

Bei Strom fällt diese Verzerrung meist kleiner aus, ist aber nicht null: Klimaanlage, Heizlüfter oder saisonal genutzte Geräte verschieben den Verbrauch ebenfalls über das Jahr. “Bei Strom unproblematisch” wäre daher zu pauschal - auch hier bleibt die zeitanteilige Aufteilung eine Näherung, nur mit meist geringerer Abweichung als bei Gas oder Wärme.

Wo ein Zählerstand zum Stichtag vorliegt, lohnt sich also der Griff dazu statt zur Schätzung - besonders bei Gas und Wärme im Winterhalbjahr.