Welche Luftfeuchtigkeit ist in Wohnräumen sinnvoll?
Für Wohnräume sind etwa 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchte eine sinnvolle Orientierung. Der Wert ist kein harter Grenzwert: Entscheidend ist, wie warm der Raum ist, wie kalt Fenster, Außenwände oder Raumecken sind und wie viel Feuchte gerade entsteht.
Als einfache Alltagseinteilung für DACH 2026:
- Wohnzimmer und Arbeitszimmer: meist 40 bis 60 Prozent. Viele Personen, Pflanzen, Aquarien oder Wäschetrocknung erhöhen die Feuchte schneller.
- Schlafzimmer: ebenfalls 40 bis 60 Prozent, morgens aber oft höher. Nach dem Aufstehen kurz und intensiv lüften; die Tür zu deutlich wärmeren Räumen nicht dauerhaft offen lassen.
- Bad und Küche: kurzzeitig darf die Luftfeuchte nach Duschen, Baden oder Kochen deutlich steigen. Wichtig ist, die Feuchtespitze direkt wieder hinauszulüften.
- Keller: nicht nur auf die Prozentanzeige schauen. Warme Sommerluft kann im kühlen Keller an kalten Oberflächen Feuchte abgeben; dann ist Lüften am späten Abend oder frühen Morgen oft sinnvoller als tagsüber.
Ein Hygrometer misst die relative Luftfeuchte an seinem Standort. In der Raummitte können 50 Prozent unauffällig wirken, während eine kalte Ecke oder Fensterlaibung deutlich feuchter ist. Wenn du wissen willst, ab welcher Oberflächentemperatur Kondensation möglich wird, hilft der Taupunkt-Rechner — den zugrunde liegenden Begriff erklärt das Glossar Taupunkt. Für die Frage, wie lange ein einzelner Raum ungefähr gelüftet werden sollte, passt der Stoßlüften-Dauer-Rechner.
Der Ratgeber Richtig lüften ohne Schimmel und der Glossarbegriff relative und absolute Luftfeuchte ordnen den Zusammenhang zwischen Temperatur, absoluter Feuchte, relativer Feuchte und Lüften genauer ein.
Sichtbarer Schimmel, dauerhaft feuchte Stellen, muffiger Geruch oder wiederkehrendes Kondenswasser sind keine reine Hygrometer-Frage. Dann reicht eine Zielwert-FAQ nicht aus; Ursache, Bauteilzustand und Nutzung müssen fachlich geklärt werden.